„Was soll ich tun? – Verantwortung übernehmen in der Welt von heute“


Blockseminar der Philosophie-AG vom 09.-11.11.2012 in Melle

Trotz der starken Konkurrenz der zeitgleich von der Schülervertretung angebotenen Amsterdamfahrt konnte auch das diesjährige Blockseminar der Philosophie-AG des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums wieder eine Reihe von philosophisch interessierten Schülern vom 09. bis 11.11.2012 in die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Neuenkirchen in Melle locken. Unter dem Oberthema „Verantwortung übernehmen in der Welt von heute“ wurden auf hohem Reflexionsniveau und mit großem Engagement moralische Grundsätze und die ethische Fundierung des eigenen Handelns kontrovers diskutiert.

Nach grundsätzlichen Überlegungen im Zusammenhang mit dem am Freitagnachmittag durchgeführten Gefangenendilemma-Spiel, ob sich moralisches Handeln auch für grundsätzlich egoistisch orientierte Menschen lohnen kann, schloss sich an das gemeinsam zubereitete und eingenommene Abendessen die philosophische Reflexion der ethischen Implikationen des Films „Gattaca“ an. Bis in die frühen Morgenstunden diskutierten die engagierten GSG-Philosophen die Chancen und Gefahren von Designerbabys, pränataler Diagnostik und ähnlicher Errungenschaften der modernen Technologie.

Der Samstag stand ganz im Zeichen normativer philosophisch-ethischer Theorien. Sowohl die Grundzüge des Utilitarismus als auch des kategorischen Imperativs Kants wurden erarbeitet, präsentiert und anhand eines medizinethischen Planspiels sowie verschiedener alltagsrelevanter Entscheidungssituationen angewendet. Eine Reihe von Dilemmasituationen forderte zu besonders engagierten Diskussionen heraus. Der Abend klang erneut mit einer herausfordernden filmphilosophischen Auseinandersetzung aus.

Am Sonntagvormittag schloss die Veranstaltung mit einer Ergründung der persönlichen ethisch-philosophischen Einstellung unter Verwendung des Philomaten, eines „Apparats für weltanschauliche Diagnostik“ in Buchform, welcher durch gezielte Fragestellungen hilft, die eigenen Einstellungen verschiedenen philosophischen Denkrichtungen und Schulen zuzuordnen, und der obligatorischen Abschlussreflexion.

Bleibt zu erwähnen, dass das Wochenende allen Teilnehmenden gut gefallen hat und für das nächste Mal eine zahlenmäßig noch stärkere Beteiligung wünschenswert wäre.