„Was ist das eigentlich – ICH?“


Wie kommt es eigentlich, dass sich eine Ansammlung von Molekülen organischer Stoffe von anderen Molekülverbindungen abgrenzt und von sich behauptet, sie sei ein ICH? Wie kann man es erklären, dass ich mich mit dem Säugling auf dem Bild in meinem Fotoalbum identifiziere, obwohl in den letzten 17 Jahren sowohl die physikalische Struktur meines Körpers als auch meine mentale Befindlichkeit eine nicht unerhebliche Wandlung durchgemacht haben?

Fragen wie diesen stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am diesjährigen Blockseminar der Philosophie-AG des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in Melle. Ein Wochenende lang von Freitag bis Sonntag Mittag wurde nachgedacht, diskutiert, präsentiert und philosophiert zu Fragen zur persönlichen Identität, mit denen sich wahrscheinlich jeder schon einmal beschäftigt hat.

Hierbei wurden Theorien und Ergebnisse der Philosophie, der Psychologie, der Neurowissenschaften, aber auch der Theologie ins Auge gefasst und einer kritischen Prüfung unterzogen. Die munteren Diskussionen mit regem Gedankenaustausch zogen sich teilweise bis in die frühen Morgenstunden hin. Natürlich kamen bei Selbstversorgung mit Nudeln Bolognese (oder in vegetaischer Variante) und eigenhändig belegter Pizza auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz, denn ein leerer Magen philosophiert bekanntlich nicht gern. Mit neuen Denkanregungen, Eindrücken und Erkenntnissen konnten am Sonntag Mittag dann alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohlbehalten nach Osnabrück zurückkehren.