Ungarnaustausch 2017


von Emma Niederstebruch

Am ersten Schultag nach den Osterferien haben sich 14 Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs auf den Weg nach Budapest gemacht. Bereits um fünf Uhr haben wir uns an der Schule getroffen und sind zusammen mit dem Bus zum Flughafen nach Dortmund gefahren. Der Flug verlief sehr ruhig und gegen 10.20 Uhr kamen wir in Budapest an. Am Flughafen wurden wir von unseren ungarischen Austauschschülern/-innen bereits erwarten. Aufgeregt haben wir dann unseren jeweiligen Partner das erste Mal gesehen, nachdem wir schon seit einiger Zeit Kontakt hatten. Mit einem Bus sind wir dann zur Schule gefahren und auf dem Weg dahin wurden die ersten Konversationen teilweise auf Deutsch und Englisch geführt, was vom unterschiedlichen Leistungsstand und den Erfahrungen der Partner abhing. In der Schule angekommen haben wir erst einmal wie jeden Mittag in der Schule gegessen und haben danach die U-Bahn in Richtung Gellertberg genommen, um dort die Felsenkapelle zu besuchen. Nach dem Rundgang haben wir uns auf den Weg nach ganz oben gemacht, um einen ersten Ausblick auf die Stadt zu haben.

Am Nachmittag hatten wir freies Programm mit unseren Austauschschülern/-innen und jeder hat etwas Unterschiedliches unternommen.

Der Dienstag begann mit drei Stunden Unterricht, wobei wir die verschiedenen Fächer wie z.B. Zeichnen, Tanz, Deutsch oder Englisch frei auswählen durften. Nach dem Unterricht sind wir dann in das „Haus des Terrors“ gegangen, wo wir eine Führung bekamen und dabei viel über die Geschichte Ungarns erfahren konnten. Anschließend haben wir noch einen kurzen Spaziergang über den Heldenplatz gemacht, bevor es wieder auf den Rückweg zur Schule ging. Auch an diesem Nachmittag hatten wir „freies Programm“, wobei einige das Zoo Café, andere ein Fotografiemuseum besuchten und vieles mehr.

Wie fast jeden Morgen haben wir uns auch am Mittwoch in der Schule getroffen, um uns dann auf den Weg zum Parlament zu machen, ein beeindruckendes Gebäude, in dem die hochverehrte Stephanskrone ausgestellt ist. Direkt neben dem Parlamentsgebäude befindet sich die Konditorei Szamos, wo wir eine kleine Pause einlegten. Wir machten uns dann weiter auf den Weg zur St. Stephans Basilika; dort bekamen wir eine weitere Führung. Zudem sind wir am Ende der Führung noch auf die Kuppel der Basilika gefahren bzw. gelaufen und hatten von dort aus noch einmal eine unglaubliche Sicht auf Budapest von der Pest-Seite aus. Bevor wir zurück zur Schule gekehrt sind, haben wir der Markthalle einen Besuch abgestattet, wobei viele kleine Souvenirs gekauft worden sind wie zum Beispiel Gewürze oder auch frische Früchte zum direkten Verzehr. Mit unseren Austauschschülern/-innen hatten wir nach dem Mittagessen ca. 5 Stunden Zeit zur freien Verfügung, bevor am Abend  eine Schifffahrt auf der Donau auf dem Programm stand und wir das wunderschöne Budapest bei Nacht bewundern konnten.

Am Donnerstag Morgen haben wir wieder an drei Unterrichtsstunden teilgenommen, um einen weiteren Einblick in das ungarische Schulleben zu erlangen. Wie bereits bei der letzen Teilnahme durften wir uns die Fächer aussuchen, in denen wir den Unterricht besucht haben. Direkt danach wurden wir noch einmal offiziell vom Schulleiter begrüßt und die stellvertretende Schulleiterin hat uns bei einen Rundgang durch das große Schulgebäude begleitet. Die Schule besitzt ein Theater, eine Kirche, mehrere Gästezimmer, einen Tischtennisraum wie auch ein eigenes Schwimmbad. Zum Abschluss der Führung sind wir auf die Kuppel des Schulgebäudes gegangen und hatten einen weiteren Ausblick über die Stadt. Nach dem Mittagessen haben wir die Matthias-Kirche besucht und haben von einem weiteren Guide viele wichtige Informationen über das Gebäude und dessen Geschichte erhalten. Danach haben wir noch einen Spaziergang in der Budaer Burg gemacht, bevor wir uns auf den Rückweg zur Schule machten. Den Nachmittag hatten wir wieder zur freien Verfügung und ich habe exemplarisch mit meiner „kleinen Gruppe“ einem Escape Room einen Besuch abgestattet. Dort musste man versuchen ein interaktives Rätsel zu lösen. Danach waren wir noch in einem „Ruined Pub“, den wir auch im weiteren Verlauf des Austausches noch einmal besucht haben, und hatten einen super schönen Nachmittag und Abend.

Den nächsten Morgen verbrachten wir im Veli Bej Bad, in dem es verschiedene Saunen, Pools und Whirlpools gibt und entspannten einen Vormittag lang, nachdem unsere Füße noch von dem vielfältigen Programm der letzten Tage wehtaten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es zusammen mit unseren Austauschschülern/-innen auf den Weg nach Gödöllö, wo wir das Grassalkovich-Schloss besichtigten, welches auch als „Sissi-Schloss“ bekannt ist, da es das Lieblingsschloss der österreichisch-ungarischen Kaiserin Elisabeth war. Nach der Rückkehr gab es für einige noch Programm, andere machten sich auf den Weg nach Hause, um einfach einen ruhigen Abend zu verbringen. Ich hatte das Glück, dass meine Austauschschülerin in ihrer Freizeit in einer ungarischen Volkstanzgruppe trainiert, sodass wir zusammen zu einem Auftritt gingen und ich einen Einblick in diese Seite Ungarns erlangen konnte.

Das ganze Wochenende war kein gemeinsames Programm geplant, sodass sich unsere Austauschschüler/-innen selbst etwas für uns überlegt hatten. Einige von uns waren in einem Aqua Park, andere in Museen, auf Konzerten oder haben nahliegende kleine Orte besichtigt.

Am Montag haben wir einen ganztägigen Ausflug nach Visegrad gemacht. Mit dem Zug sind wir in den benachbarten Ort gefahren und dann mit einer Fähre über die Donau gefahren. Danach ging es auf einem steilen Weg zur Burg, wobei wir über 260 Höhenmeter unter uns gelassen haben. Nach einer Führung ging es weiter auf den Weg zur nahgelegenen Sommerrodelbahn. Die Schlange der Wartenden war dort leider so lang, dass wir uns mit einem Softeis anstelle von zwei Fahrten zufrieden geben mussten. Zurück entlang der Burg sind wir den Weg wieder herunter gewandert und haben in Ufernähe noch eine Kleinigkeit gegessen, nämlich das typisch ungarische Gericht Langos (oder einen typisch amerikanischen Burger). Mit der Fähre und dem Zug ging es dann wieder zurück nach Budapest und wir hatten den Abend zur freien Verfügung.

Am Dienstag war dann auch schon unser letzter vollständiger Tag in Ungarn und den haben wir größtenteils mit einem Besuch im Zoo verbracht, nachdem wir zuvor wieder zwei Stunden den Unterricht besucht hatten. Im Zoo haben wir eine Selfie-Challenge gemacht, wobei jeder deutsche Schüler/jede deutsche Schülerin

zusammen mit seinem/ihren Austauschschüler ein Foto mit dessen Lieblingstier machen sollte.

Diese haben wir dann am Abend auf der Abschlussfeier vorgestellt und eine Kleinigkeit zu dem jeweiligen Tier gesagt. Auf der Feier durften wir außerdem noch einige Tanzschritte des ungarischen Volkstanzes kennenlernen, eine Tanz- und Gesangsperformance erleben, ein ungarisches Lied erlernen und dann gemeinsam den Abend ausklingen lassen.

Am nächsten haben wir uns bereits um vier Uhr am Flughafen getroffen und uns schweren Herzens zurück auf den Weg nach Hause gemacht.

Insgesamt war der Austausch eine sehr schöne Zeit, in der ich sehr viel von Budapest gesehen habe und viele ungarische Traditionen kennen lernen und erleben durfte. Ungarn habe ich als ein sehr vielfältiges Land kennengelernt, einerseits die Stadt Budapest, die mit vielen deutschen Großstädten zu vergleichen ist, aber anderseits auch die ländlichen Regionen, in denen Traditionen bewahrt werden und in denen man sich um einige Jahrzehnte zurück versetzt fühlt.

Am Wichtigsten war es jedoch für mich die Erfahrung zu machen, mit einer zuvor völlig fremden Person so viele schöne Dinge zu erleben, Spaß zu haben und eine wunderschöne Zeit verbracht zu haben. Doch das war nicht alles, was diese Zeit so unvergesslich macht. Ich habe während des Austausches auch Kontakte mit zuvor „unbekannten Gesichtern“ meines eigenen Jahrgangs geknüpft und eine neue Freundschaft gefunden, die auch weiterhin hier in Osnabrück bestehen bleiben kann.

Jetzt kann ich es kaum erwarten, dass die ungarischen Austauschschüler/-innen uns besuchen werden und freue mich schon auf eine zweite gemeinsame Zeit.