„Fehlschlüsse, Paradoxa und andere Stolpersteine des Denkens“


Blockseminar der Philosophie-AG vom 08. bis 10.01.2010 in Melle

Das diesjährige Blockseminar der Philosophie-AG führte 22 wissbegierige Philosophinnen und Philosophen des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums (darunter auch einige Ehemalige des letzten Abiturjahrganges) am ersten Januarwochenende nach den Weihnachtsferien in die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Neuenkirchen in Melle, um sich dort mit logischen Fehlschlüssen, paradoxen Gedankenexperimenten und sonstigen intellektuellen Stolperfallen zu beschäftigen. Das traumhafte Winterwetter mit verschneiten Landschaften und Straßen tat dabei der Denkfreude keinen Abbruch.

Nach einer Einführung in die Grundgesetze der Logik selbst wurden diese im Folgenden direkt auf verschiedene Denkrätsel angewendet, darunter das bekannte „Einsteinrätsel“, welches Albert Einstein zugeschrieben wird und angeblich nur von 2% der Bevölkerung erfolgreich gelöst werden kann. Tatsächlich ist seine Lösung unter Beachtung der Gesetzmäßigkeiten der Logik gut möglich.

Verschiedene paradoxe Gedankenexperimente und Ansätze ihrer Auflösung bestimmten den Samstagvormittag. So wurde lebhaft diskutiert, ob es dem schnellen Läufer Achill möglich ist, eine mit kurzem Vorsprung gestartete Schildkröte in einem Wettrennen zu überholen, obwohl das Gedankenexperiment nahelegt, dies sei unmöglich. Weitere Probleme dieser Art waren etwa die Frage, ob eine für einen unerwarteten Termin angekündigte Hinrichtung tatsächlich stattfinden könne oder ob es Bewegung wirklich gebe.

Der Samstagnachmittag stand unter dem Thema „Argumentationsfehler und Fehlschlüsse“, wobei die erlernten strukturellen Fehler umgehend in Kleingruppen praktisch umgesetzt wurden, indem für fiktive dubiose Gruppierungen oder Parteien Werbereden vorbereitet wurden, deren Argumentationsfallen und Fehlschlüsse es dann von den Zuhörern aufzudecken galt.

Die Abende standen im Zeichen der philosophischen Reflexion zweier Spielfilme, von denen einer das Problem der Identität (welches auch anhand des Paradoxons des Schiffs des Theseus thematisiert wurde) und der andere die Problematik von Zeitreisen (Großvaterparadoxon) beleuchtete. Trotz intensiven gemeinsamen Nachdenkens bis Mitternacht gingen danach in ungezwungener Atmosphäre die Diskussionen munter weiter bis in die frühen Morgenstunden.

Die Philosophie-AG findet alljährlich für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 13 in Form eines Blockseminars von Freitag bis Sonntag in einem Selbstversorgerhaus in der näheren Umgebung von Osnabrück statt. Die Teilnahme wird auf dem Zeugnis bescheinigt.