Eine bereichernde und herausfordernde Begegnung – Vertreterin der indigenen Völker Ecuadors zu Gast am GSG


Äußerst gespannt lauschten die Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgänge in der letzten Woche den Ausführungen von Patricia Gualinga aus Ecuador. Die Umweltaktivistin gehört der Volksgruppe der Kichwa-Indianer an und engagiert sich für die Rechte der Eingeborenen am Amazonas. Seit Jahren kämpft ihr Heimatdorf Sarayaku im Osten Ecuadors gegen das Vorrücken der Ölindustrie.

Der gesamte Amazonasraum sei gefährdet durch den Abbau fossiler Brennstoffe. Die damit verbundene Umweltzerstörung bedeute für die indigenen Völker des Amazonas die Vernichtung ihrer Lebensgrundlage und ihrer Lebensweise, so Gualinga. Ihrer Dorfgemeinschaft sei es aber gelungen, sich gegen die großen Ölfirmen zu positionieren und durchzusetzen. Die Dorfgemeinschaft habe sich gegen die Planungen und Vorhaben der Regierung bzw. des Militärs gewehrt und in einem über zehn Jahre währenden Gerichtsprozess 2012 erreicht, dass die indigene Bevölkerung vor dem Abbau der fossilen Brennstoffe in der Region befragt werden muss. Dieser Erfolg habe auch andere Völker ermutigt, den gleichen Weg zu gehen.

Die Erdölfirmen trügen – so Gualinga – wesentlich zur Umweltzerstörung im Amazonasraum bei, dabei dienen die Wälder dort als Ausgleich für den Klimawandel. Daher gelte es, dieses einzigartige Ökosystem der Welt zu schützen. Die Kichwa seien ein aktives Volk, das immer wieder Vorschläge und Aktionen starte, um die Region zum schützen. Beim Klimagipfel in Paris seien sie mit einem Kanu über die Seine gekommen, um vor Regierungsgebäuden zu trommeln und gegen den Raubbau an der Natur zu protestieren.

Für die Schülerinnen und Schüler ergaben sich nach dem spannenden Vortrag zahlreiche Fragen, die sich auch auf das persönliche Leben von Patricia Gualinga bezogen. Wie ihr Deutschland gefalle und wie ihr Lebensalltag in Ecuador aussehe, wollten die Schülerinnen wissen. Aber auch die Frage nach dem persönlichen Engagement drängte sich einer Schülerin auf: „Was kann man denn als Einzelner in Deutschland für Ihr Anliegen tun?“

„Mir reicht es schon, wenn Ihr in Eurer Schule ein Plakat aufhängt mit der Aufschrift: Wir unterstützen die indigenen Völker Amazoniens“, antwortete Gualinga.