Das Fach Latein


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Latein am Graf-Stauffenberg-Gymnasium

Latein? – aber ja!  Latina est „prima“!

Latein lernen? Heutzutage noch?

Latein! War das nicht die Sprache der verstaubten Weisheiten ?

Latein – war das nicht die Sprache der Gelehrten?

Latein – war das nicht die Sprache der alten Römer? Gibt es die überhaupt noch? Ist die nicht tot? Heute leben wir im Zeitalter der elektronischen Medien, im Zeitalter von Laptop, Handy und I-Phone und im Zeitalter der Anglizismen! Wir „loaden down“, „daten up“ oder „googlen“. Was soll da noch Latein?

Halt, Stopp! Zunächst einmal: Latein ist nicht tot, sondern lebt! Dennoch werden wir uns auch der eben geäußerten Kritik zuwenden und auf sie eingehen. Aber der Reihe nach und mit mehr Struktur und Tiefgang! Denn auch dazu verhilft Latein nachhaltig!

Was ist Latein und wofür wird es gebraucht?

Richtig ist: Latein ist die Sprache der alten Römer und der antiken Welt. Latein stellt sozusagen die Wiege unserer Kultur dar, da es vertiefte Einsichten in das antike Weltbild und gleichzeitig in geistesgeschichtliche, historische, ästhetische und sprachliche Prägungen Europas vermittelt. Neben den antiken Autoren werden im Lateinunterricht auch mittelalterliche und neuzeitliche Texte gelesen und somit trägt Latein dazu bei, das Bewusstsein einer europäischen Identität zu entwickeln.

Aus Latein sind zudem viele moderne romanische Fremdsprachen hervorgegangen, wie z. B. Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch, Französisch. Auch die englische Sprache enthält Elemente aus der lateinischen Sprache und somit stellt Latein gewissermaßen auch ein Bindeglied zwischen diesen Sprachen her. Es erleichtert natürlich auch das Lernen dieser modernen Fremdsprachen und fördert zudem noch nachhaltig dieKonzentrations- und Merkfähigkeit.

Darüber hinaus gibt es an den Hochschulen eine Reihe von Studiengängen, die Lateinkenntnisse oder Latinumsabschlüsse als Studienvoraussetzung verlangen. Die Universitäten und Hochschulen geben darüber spezielle Auskunft. Die einzelnen Latinumsabschlüsse werden unten auf dieser Seite noch einmal gesondert aufgeführt.

 

Was machen wir im Lateinunterricht?

Für uns am GSG bedeutet Lateinlernen, dass wir die Kultur des Erinnerns auch durch die Lektüre lateinischer Texte betreiben, indem wir mit den Strukturen und Inhalten dieser Texte in einen interkulturellen Dialog treten, uns mit ihrer Denkweise vertraut machen und uns mit dieser reflektiert und kritisch auseinandersetzen. Wir lernen dabei inhaltlich viel über Geschichte, Mythologie, Philosophie und Kulturgeschichte.

Damit wären wir auch schon beim Herzstück des Lateinunterrichts. Im Zentrum des Unterrichts steht dasÜbersetzen und Analysieren von lateinischen Texten ins Deutsche.  Dafür muss man sorgfältig hinsehen und den lateinischen Text mikroskopisch genau analysieren und untersuchen. Zwar kann man Latein wie jede andere Sprache auch sprechen, aber da Latein sich nicht mehr weiterentwickelt und in der Regel als Kommunikationssprache nur noch in der Wissenschaft oder im Vatikan gesprochen wird, hat es sich zu einer beispielhaften Reflexionssprache entwickelt. Das heißt im Klartext, dass wir im Lateinunterricht intensiv über unsere deutsche Sprache reflektieren und am Lateinischen exemplarisch lernen, wie das System Sprache überhaupt funktioniert. Darüber hinaus erfahren wir, wie andere, moderne Fremdsprachen aufgebaut sind, indem wir das Lateinische immer wieder mit verschiedenen Fremdsprachen in Beziehung setzen und vergleichen und somit auch in die Strukturen und Denkweisen anderer Kulturen eintauchen.

Insofern kommen sich Latein und Französisch als wählbare zweite Fremdsprachen eigentlich auch nicht in die Quere. Beide Sprachen sind wichtig und auch gleich schwer zu erlernen. Es stellt sich nur die Frage, mit welcher Sprache man beginnen möchte.

Wann und wo sprechen wir Latein?

Im Lateinunterricht sprechen wir Deutsch und das Lateinische lesen wir so, wie es dort steht. Eine schwierige Aussprache entfällt also! Das ist sehr praktisch und ein nicht zu unterschätzender Vorteil dieser Sprache!

Wir am GSG bieten unseren Schülerinnen und Schülern aber auch im Lateinunterricht immer mal wieder die Möglichkeit, Latein zu sprechen, um somit einerseits besser in das Denken der alten Römer eintauchen zu können, andererseits die Sprachstrukturen spielerisch lebendiger erfahrbar zu machen.

Im „Theatrum Latinum“ werden beispielsweise angelehnt an Lektionstexte des Lehrbuches in Eigenregie kleine lateinische Szenen eingeübt, die dann auch aufgeführt werden (z.B. am „Tag der offenen Tür“).

Und ganz wichtig: Für wen ist Latein die richtige Fremdsprache?

Für viele und sicherlich auch sehr unterschiedliche Menschen ist Latein goldrichtig! Die zentrale Frage ist aber jetzt, mit welcher zweiten Fremdsprache man beginnen sollte, mit Latein oder mit Französisch. Eine eindeutige Empfehlung für das Erlernen der einen oder der anderen Fremdsprache gibt es natürlich nicht! Das wäre zu kurz gegriffen! Bei beiden Sprachen, Latein und Französisch, muss man fleißig sein und eine grundsätzliche Lernbereitschaft mitbringen, aber beide Sprachen machen auch sehr viel Spaß, wenn man sie verstanden und gelernt hat.

Man kann sich aber so orientieren, dass Latein für denjenigen günstig ist, der eher ein analytischer Typ ist und Freude am Kombinieren und Tüfteln hat. Auch für denjenigen, der sich beispielsweise mit der Aussprache der ersten modernen Fremdsprache Englisch ein wenig schwer tun, ist Latein vielleicht die leichter zu erlernende Fremdsprache, da ja der Unterricht auf Deutsch abgehalten wird.

Wer also insgesamt gerne analysiert, kombiniert und tüftelt und wer überhaupt Spaß am Erlernen einer Fremdsprache hat, für den ist Latein richtig!

Inzwischen hat natürlich auch der PC im Lateinunterricht Einzug gehalten. Texte und Strukturen, aber auch Grammatik und Vokabeln können mit Lernprogrammen sinnvoll ergänzt und unterstützt werden.

Was ist nötig?

Wir wollen hier nicht verschweigen, dass man, wenn man in Latein erfolgreich sein will, eine grundsätzliche und konstante Lernbereitschaft mitbringen sollte. Dies bedeutet, dass Vokabeln und Formen kontinuierlich und regelmäßig in eigenständiger häuslicher Arbeit eingeübt und vertieft werden müssen. Ebenso sind ein gewisses Abstraktionsvermögen sowie Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltewillen sehr wünschenswert.

Um effektiv lernen zu können, ist es ebenso sinnvoll, über einen häuslichen Arbeitsplatz zu verfügen, an dem ohne Ablenkung in Ruhe konzentriert gearbeitet werden kann. Wenn man das alles beherzigt, dann macht Latein richtig Spaß!

 

Fahrten und Exkursionen

Da die alten Römer ja bis in unsere Region vorgedrungen sind und uns noch viel Sehenswertes hinterlassen haben, nutzen wir gerne die Möglichkeit, diese Orte zu besuchen und damit die Unterrichtsinhalte mit dem Erleben von Geschichte zu veranschaulichen. Fest in unserem Programm verankert sind Fahrten und Exkursionen nachKalkriese (in Klasse 6 in Kooperation mit dem Fach Geschichte) sowie nach Haltern (Klasse 7/8) und nachXanten (Klasse 8). Alle zwei Jahre findet eine dreitägige Exkursion nach Trier statt (für die Klassen 9 und 10).

 

Wann kann man am GSG Latein lernen?

Am GSG kann man in Klasse 6 mit Latein als zweiter Pflichtfremdsprache beginnen.

Für die Schülerinnen und Schüler, die Französisch als zweite Fremdsprache in Klasse 6 begonnen haben, kannLatein ab Klasse 10 als dritte Wahlfremdsprache erlernt werden.

Für diejenigen, die kein Französisch als zweite Fremdsprache erlernt haben (in der Regel Realschülerinnen und –schüler), kann beim Wechsel zum Gymnasium Latein als zweite Pflichtfremdsprache ab Klasse 10 gewählt werden. Latein muss dann durchgängig bis zum Ende von Jahrgang 12 belegt werden. Am Ende von Jahrgangsstufe 12  kann dann ohne eine besondere Prüfung das Kleine Latinum erlangt werden, wenn in beiden Kurshalbjahren in der Addition insgesamt mindestens 10 Punkte, davon im letzten Kurshalbjahr mindestens 05 Punkte erlangt wurden.

 

Latinumsabschlüsse:

Hier in Niedersachsen gibt es drei staatliche Latinumsabschlüsse: 

Kleines Latinum,

Latinum,

Großes Latinum.

 

Latein ab Klasse 6 – Abschlüsse ohne besondere Prüfung:

Das Kleine Latinum erlangt, wer in Klasse 6 mit Latein beginnt und nach durchgängigem Lateinunterricht am Ende von Klasse 9 mindestens mit der Note „ausreichend“ abschließt.

Das Latinum erlangt, wer nach durchgängigem Lateinunterricht ab Klasse 6 am Ende von Klasse 10 mindestens mit der Note „ausreichend“ abschließt.

Das Große Latinum erlangt, wer in Klasse 6 mit Latein beginnt und nach durchgängigem Lateinunterricht in der Jahrgangsstufe 12 in beiden Kurshalbjahren in der Addition insgesamt 10 Punkte erreicht hat, wobei im zweiten Halbjahr mindestens die Punktzahl „05 Punkte“ erzielt werden muss (vgl. dazu die Verordnung über die Latinumsabschlüsse). 

Latein neu ab Klasse 10 – Abschlüsse:

Am Ende von Jahrgangsstufe 12 kann nach durchgängigem Lateinunterricht ab Klasse 10 ohne eine besondere Prüfung das Kleine Latinum erlangt werden, wenn in beiden Kurshalbjahren in der Addition insgesamt mindestens 10 Punkte, davon im letzten Kurshalbjahr mindestens 05 Punkte erlangt wurden (s. o.)

 

Wer mit Latein ab Klasse 10 das Latinum erreichen möchte, muss Latein entweder als P4-Prüfungsfach im Abitur wählen und muss dort mindestens 05 P. erreichen oder kann sich zur externen Latinumsprüfung anmelden. Externe Latinumsprüfung bedeutet, dass zusätzlich zu den vier schriftlichen Prüfungsfächern im Abitur die Abiturklausur in Latein für das Profil B (Latein ab Klasse 10) als eine weitere Klausur mitgeschrieben wird (Übersetzungstext inklusive Interpretationsaufgaben). Wer diese Klausur mit mindestens 05 Punkten abschließt, hat das Latinum ohne die Notwendigkeit einer weiteren mündlichen Prüfung bestanden. Liegt das Ergebnis der schriftlichen Klausur unter 05 Punkten, gilt die Prüfung als nicht bestanden.

Man hat bei den externen Prüfungen insgesamt drei Versuche, das Latinum zu bestehen.