„Aggression, Gewalt, das Böse – an den Grenzen des Menschseins“


 

Jpeg

Die moralischen Grenzen des Menschseins auszuloten – zu  einem Ziel wie diesem haben sich auch im laufenden Schuljahr wieder 13 unerschrockene, interessierte und hoch motivierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10-12 aufgemacht nach Melle, um dort ein Wochenende lang von Freitag, 13.02., bis Sonntag, 15.02.,  in der Jugendfreizeit- und Bildungsstätte Neuenkirchen über Gewalt, Aggression und das Böse zu philosophieren und zu diskutieren.

Nach einer Problematisierung der grundsätzlichen moralisch-ethischen Einschätzung von Situationen überhaupt anhand des Gedankenexperimentes „Luftröhrenschnitt“, welches bereits zu lebhaften und teils kontroversen Diskussionen verleitete, wurde die Thematik des Wochenendes immer wieder rückbezogen auf den am ersten Abend gemeinsam rezipierten, analysierten und diskutierten Spielfilm Falling Down – Ein ganz normaler Tag. Vor diesem Hintergrund wurden in Kleingruppen verschiedene Aggressionstheorien erarbeitet und auf ihre Anwendbarkeit und aus ihnen ableitbare  Präventionsmaßnahmen hin untersucht.

Der Nachmittag des zweiten Tages führte thematisch zur Frage nach der Herkunft und verschiedenen Erscheinungsformen des Bösen. Hierzu wurden arbeitsteilig die philosophischen Positionen von Thomas Hobbes (der Mensch ist von Natur aus böse), Jean-Jaques Rousseau (der Mensch ist von Natur aus gut) und Hans Jonas (vermittelnde Position) erarbeitet und präsentiert. Weitere Themenschwerpunkte bildeten ein evolutionsbiologischer Ansatz zur Herkunft des Bösen, das „Arschloch“-Prinzip, sozialpsychologische Ansätze (Milgram- und Stanford-Prison-Experiment) und von Terroristen angewendete Argumentationsfiguren zur Rechtfertigung ihres Handels sowie deren Kritik.

Nach der abendlichen Auseinandersetzung mit dem schwedischen Spielfilm Evil – Das Böse, einer Begegnung mit dem Philomat – einem als „Apparat für weltanschauliche Diagnostik“ konzipierten Buch – zum Themenbereich „Töten“ und einer Abschlussreflexion am folgenden Vormittag ging schließlich ein anregendes Wochenende voller philosophischer Aktivität zu Ende.